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Abfallmessen ist angesagt!



Mit der freiwilligen Unterschrift der Beteiligungserklärung zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung erklären sich Unternehmen und Betriebe wie Betriebsrestaurants, Gastronomien, Hotels, Krankenhäuser, Seniorenheime oder Schulen bereit:

  • zur Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung beizutragen

  • die Mindestanforderungen zu erfüllen (etwa die Messung der Lebensmittelabfälle und deren Dokumentation)

  • weitere freiwillige Maßnahmen in ihren Betrieben durchzuführen (etwa die Schulung von Mitarbeitern)

Hintergrund: Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung Noch vier Jahre hat Deutschland Zeit, seine Lebensmittelabfälle um 30 Prozent zu reduzieren. Bis 2030 müssen sie sogar halbiert, also um ca. sechs Tonnen reduziert werden. Dazu hat sich Deutschland im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung 2019 verpflichtet. An einem Strang ziehen müssen dabei:

  • Außer-Haus-Verpfleger

  • Einzel- und Großhandel

  • Verarbeiter

  • Primärproduzenten

  • Endverbraucher

Was das Segment Außer-Haus-Verpflegung angeht, so wurde Ende April 2021 eine konkrete Strategie in der Zielvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung festgelegt. Sie regelt Zuständigkeiten, Aufgaben und Maßnahmen sowohl für das BMEL als auch für die verschiedenen Verbände, die den Außer-Haus-Bereich abbilden. Zudem enthält sie die Bedingungen der Beteiligungserklärung.


Maßnahmen anderer Segmente zur Erfüllung der Nationalen Strategie Dank des frühzeitig gestarteten Dialogforums und der bereits seit 2014 durchgeführten über 400 Abfallmessungen und -analysen durch United Against Waste e.V. in Kooperation mit unterschiedlichen Betrieben, ist der Teilbereich Außer-Haus-Verpflegung bereits weit fortgeschritten in Sachen Nationaler Strategie zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung. Wie weit sind die anderen Segmente?

  • Einzel- und Großhandel:

Bereits im Juni 2020 wurden die weiteren Maßnahmen in der Beteiligungserklärung zum Dialogforum Einzel- und Großhandel festgehalten. Stand Januar 2021 haben sich 21 Einzel- und Großhandelsunternehmen darin bereiterklärt, diverse verbindliche sowie Wahlpflichtmaßnahmen bis 2022 umzusetzen. Welche Maßnahmen Transgourmet Deutschland bereits ergreift, wie Rabattaktionen für Gastro-Kunden, und was geplant ist, hat uns Melanie Prengel, Leitung Nachhaltigkeit bei Transgourmet, exklusiv berichtet

  • Primärproduktion und Verarbeiter:

Die Dialogforen sind erst Ende Januar 2021 gestartet und werden von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) koordiniert. Pilotprojekt: Um die Datenlage zu Lebensmittelverlusten auf der Verarbeitungsebene zu verbessern, startete zudem das Deutsche Tiefkühlinstitut zusammen mit dem Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Uni Witten/Herdecke 2021 ein Pilotprojekt: Erstmals werden die Verluste in der Lebensmittelverarbeitung branchenübergreifend nach einheitlicher, wissenschaftlicher ­Methodik gemessen. Diese lehnt sich an den FLW-Standard und den Leitfaden LeDaNa an.

  • Private Haushalte

Im Oktober 2020 nahm das Dialogforum Private Haushalte seine Arbeit auf. Es wird vom Ecologic Institut geleitet und zusammen mit der Technischen Universität Berlin und Slow Food Deutschland durchgeführt.

Claudia Kirchner / Redaktion GVMANAGER

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